Harvey Johannes Keitel wurde am 13. Mai 1939 in Brooklyn, New York City, geboren. Der amerikanische Schauspieler und Produzent zählt zu den bekanntesten Charakterdarstellern Hollywoods. Besonders häufig verkörpert er Figuren mit widersprüchlichen Eigenschaften, darunter Polizisten, Gangster und Männer, die mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert werden. Internationale Bekanntheit erlangte er durch Filme wie „Taxi Driver“, „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und „Das Piano“. Seine intensive Spielweise und seine Bereitschaft, auch unangenehme Charaktere darzustellen, machten ihn zu einem gefragten Darsteller im amerikanischen und internationalen Kino.
Keitel wuchs in Brighton Beach, einem Stadtteil von Brooklyn, auf. Seine Eltern Miriam und Harry stammten aus jüdischen Einwandererfamilien. Seine Mutter kam aus Rumänien, sein Vater aus Polen. Gemeinsam mit seinen Geschwistern lebte er in eher einfachen Verhältnissen. Die Eltern betrieben ein kleines Restaurant, in dem sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Nach seinem Schulabschluss trat Keitel 1956 im Alter von 16 Jahren dem United States Marine Corps bei. Während seines Militärdienstes war er unter anderem im Libanon eingesetzt. Nach seiner Entlassung arbeitete er mehrere Jahre als Gerichtsschreiber, bevor er sich endgültig für die Schauspielerei entschied.
Er nahm Unterricht bei renommierten Schauspiellehrern wie Stella Adler und Lee Strasberg. Dabei beschäftigte er sich intensiv mit dem Method Acting, einer Spieltechnik, bei der Schauspieler die Gefühle und Erfahrungen ihrer Figuren möglichst glaubwürdig nachvollziehen. 1967 erhielt Keitel seine erste größere Filmrolle in „Wer klopft denn da an meine Tür?“. Regie führte der damals noch weitgehend unbekannte Martin Scorsese. Daraus entwickelte sich eine langjährige Zusammenarbeit. Gemeinsam drehten sie später unter anderem „Hexenkessel“, „Alice lebt hier nicht mehr“ und „Taxi Driver“. In letzterem Film spielte Keitel den Zuhälter Sport, eine seiner bekanntesten frühen Rollen.
Während der 1980er-Jahre arbeitete Keitel zunehmend mit europäischen Regisseuren. Zu seinen wichtigen Filmen dieser Zeit gehörte „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese, in dem er Judas verkörperte. Außerdem spielte er in Ridley Scotts historischem Drama „Die Duellisten“. Trotz seiner starken Leistungen blieb der große Durchbruch in Hollywood zunächst aus. Deshalb übernahm er auch Rollen in unabhängigen Produktionen und arbeitete regelmäßig mit internationalen Filmschaffenden zusammen.
Ein entscheidender Wendepunkt folgte Anfang der 1990er-Jahre. Für seine Darstellung des Gangsters Mickey Cohen in „Bugsy“ erhielt Keitel 1992 eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Im selben Zeitraum spielte er in „Thelma & Louise“ einen verständnisvollen Ermittler. Besonders prägend wurde jedoch seine Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino. In „Reservoir Dogs“ übernahm er 1992 die Rolle des Mr. White. Zwei Jahre später spielte er in „Pulp Fiction“ den professionellen Problemlöser Winston Wolf. Beide Filme entwickelten sich zu Klassikern des modernen Gangsterkinos.
1993 überzeugte Keitel außerdem in Jane Campions Drama „Das Piano“. Darin verkörperte er George Baines, einen wortkargen Mann, der eine besondere Beziehung zu einer stummen Pianistin entwickelt. Für seine Leistung erhielt er den australischen Filmpreis AFI als bester Hauptdarsteller. Weitere wichtige Filme seiner Karriere sind „Bad Lieutenant“, „From Dusk Till Dawn“, „Cop Land“ und „Das Vermächtnis der Tempelritter“. Auch in späteren Jahren blieb er gefragt. In Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ und Martin Scorseses „The Irishman“ bewies er erneut seine Vielseitigkeit.
Neben der Schauspielerei engagierte sich Keitel lange für die Ausbildung von Nachwuchsdarstellern. Von 1995 bis 2017 war er gemeinsam mit Al Pacino und Ellen Burstyn einer der Co-Präsidenten des Actors Studio in New York. Die renommierte Einrichtung unterstützt Schauspieler bei ihrer künstlerischen Weiterentwicklung und gilt als wichtige Institution für das Method Acting. Keitel erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Independent Spirit Award für „Bad Lieutenant“ und den Silbernen Bären der Berlinale für „Smoke“. Obwohl er häufig düstere und moralisch ambivalente Figuren spielt, ist er auch für seine zurückhaltende Art abseits der Kamera bekannt. Bis heute gehört er zu den Schauspielern, die mit vergleichsweise wenigen Gesten eine starke Wirkung erzielen können.
Filme
2027 – Fate
2026 – Hellfire – Verbrannte Erde
2026 – Kill Code
2025 – The Letter
2025 – The Wrecker
2025 – Milarepa
2025 – Laws of Man
2024 – Spread
2024 – Paradox Effect
2024 – Blood Money – Tödliches Erbe
2024 – Harvey Keitel - Zwischen Hollywood und Independent-Kino
2023 – Garland Jeffreys: The King of in Between
2023 – The Baker
2021 – Lansky
2021 – Blood on the Crown
2021 – Quentin Tarantino: From a Movie Buff to a Hollywood Legend
2020 – Das Wunder von Fatima
2020 – 11 barev ptáčete
2019 – Эсав
2019 – The Irishman
2019 – The Painted Bird
2019 – See You Soon
2018 – The Last Man
2018 – Isle of Dogs – Ataris Reise
2018 – First We Take Brooklyn
2018 – Lies We Tell: Gefährliche Wahrheit
2017 – Madame
2016 – The Comedian - Wer zuletzt lacht
2016 – Taxi Driver: 40th Anniversary Cast Q&A
2016 – Die Auserwählten - Helden des Widerstands
2015 – The Ridiculous 6
2015 – Outlaws
2015 – Dietro gli occhiali bianchi
2015 – Ewige Jugend
2015 – Scorsese's GoodFellas
2014 – By the Gun
2014 – Rio, Eu Te Amo
2014 – La Voie de l‘ennemi
2014 – Grand Budapest Hotel
2014 – Gandhi of the Month
2013 – The Congress
2013 – Bon Voyage, ihr Idioten
2012 – Fatal Honeymoon
2012 – Moonrise Kingdom
2010 – 라스트 갓파더
2010 – Meine Frau, unsere Kinder und ich
2010 – A Beginner's Guide to Endings
2009 – Wrong Turn at Tahoe
2009 – The Ministers - Mein ist die Rache
2009 – Inglourious Basterds
2007 – Das Vermächtnis des geheimen Buches
2007 – My Sexiest Year
2007 – The Professional – Story of a Killer
2006 – Arthur und die Minimoys
2006 – Stone Merchant - Händler des Terrors
2006 – A Crime
2005 – The Outsider
2005 – Unter dem Himmel der Toskana
2005 – Be Cool - Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit
2004 – Die Brücke von San Luis Rey
2004 – Das Vermächtnis der Tempelritter
2004 – Puerto Vallarta Squeeze
2004 – Dieses Jahr in Czernowitz
2003 – Chasing The Elephant
2003 – Dreaming of Julia
2003 – El misterio Galíndez
2003 – Abel Ferrara: Not Guilty
2003 – Crime Spree - Ein gefährlicher Auftrag
2003 – A Director's Journey: The Making of 'Red Dragon'
2003 – Easy Riders, Raging Bulls: How the Sex 'n' Drugs 'n' Rock 'n' Roll Generation Saved Hollywood
2003 – The John Garfield Story
2003 – Ginostra
2002 – Duelling Directors: Ridley Scott & Kevin Reynolds
2002 – Fingers: A Conversation About Independent Film
2002 – Beeper
2002 – Roter Drache
2002 – Nowhere
2002 – Taking Sides - Der Fall Furtwängler
2001 – Die Grauzone
2001 – Adam Sandler Goes to Hell
2001 – Zerrissenes Glück
2000 – Little Nicky - Satan Junior
2000 – El celo
2000 – Prince of Central Park
2000 – Vipera
2000 – U-571
2000 – Fail Safe - Befehl ohne Ausweg
2000 – Die zehn Gebote der Kreativität
1999 – Holy Smoke! - Auf der Suche nach Erleuchtung
1999 – Making 'Taxi Driver'
1999 – Three Seasons
1998 – My West
1998 – Shadrach - Die Heimkehr des Fremden
1998 – Finding Graceland
1998 – Lulu on the Bridge
1998 – Full Tilt Boogie
1998 – Mythos Hollywood - Das Geheimnis des Erfolgs
1997 – Fremde Wesen - Zauber der Elfen
1997 – Cop Land
1997 – City of Industry
1996 – Wie man die Leute von ihrem Geld trennt
1996 – Kopf über Wasser
1996 – From Dusk Till Dawn
1995 – Schnappt Shorty
1995 – Der Blick des Odysseus
1995 – Blue in the Face - Alles blauer Dunst
1995 – Clockers
1995 – Amazing Stories: The Movie IV
1995 – Smoke - Raucher unter sich
1994 – Quentin Tarantino: Hollywood's Boy Wonder
1994 – Unsere Welt war eine schöne Lüge
1994 – Somebody to Love
1994 – Pulp Fiction
1994 – Immer Ärger um Dojo
1994 – Who Do You Think You're Fooling?
1993 – Snake Eyes
1993 – Young Americans
1993 – Die Wiege der Sonne
1993 – Das Piano
1993 – Codename: Nina
1993 – Inside 'The Piano'
1992 – Bad Lieutenant
1992 – Reservoir Dogs – Wilde Hunde
1992 – Blast 'Em
1992 – Sister Act - Eine himmlische Karriere
1991 – Bugsy
1991 – Thelma & Louise
1991 – Tödliche Gedanken
1990 – La batalla de los tres reyes
1990 – Die Spur führt zurück - The Two Jakes
1990 – Martin Scorsese Directs
1990 – Two Evil Eyes
1990 – Grandi cacciatori
1989 – Imagining America
1989 – Im Zeichen der Jungfrau
1989 – This Ain't Bebop
1988 – Caro Gorbaciov
1988 – Hello Actors Studio
1988 – Location Production Footage: The Last Temptation of Christ
1988 – Die letzte Versuchung Christi
1988 – Down Where the Buffalo Go
1987 – Dear America - Briefe aus Vietnam
1987 – Jack der Aufreißer
1987 – Blindside
1986 – Die Untersuchung
1986 – La sposa americana
1986 – The Men's Club - Der Männerclub
1986 – Wise Guys – Zwei Superpflaumen in der Unterwelt
1986 – Off Beat - Laßt die Bullen tanzen
1986 – Camorra
1985 – Vanessa in the Garden
1985 – Star Knight - Der Herr der Sterne
1985 – Baciami Strega
1984 – Nemo
1984 – Der Liebe verfallen
1983 – Une pierre dans la bouche
1983 – Gefährliches Dreieck
1983 – Copkiller
1982 – Flucht nach Varennes
1982 – Grenzpatrouille
1980 – Black Out - Anatomie einer Leidenschaft
1980 – Saturn City
1980 – Der gekaufte Tod
1979 – Adlerflügel
1978 – Finger - zärtlich und brutal
1978 – Blue Collar - Kampf am Fließband
1977 – Die Duellisten
1976 – Willkommen in Los Angeles
1976 – Buffalo Bill und die Indianer
1976 – C.R.A.S.H.
1976 – Taxi Driver
1975 – That's the Way of the World
1974 – Alice lebt hier nicht mehr
1974 – Virginia Hill
1973 – Hexenkessel
1973 – Pueblo
1971 – Auch Vögel können töten
1971 – A Memory of Two Mondays
1970 – Street Scenes 1970
1968 – Wer klopft denn da an meine Tür?
1967 – Spiegelbild im goldenen Auge
Live Fast, Die Laughing
Minute Mark
Pawn Shop
Rio Heat
The Method
Theirs
Untitled Harvey Keitel/Daphna Kastner Film Serien
2024 – The Tattooist of Auschwitz
2023 – 100 Years of Warner Bros.
2022 – Das Vermächtnis von Montezuma
2022 – Mike
2015 – The Late Show with Stephen Colbert
2008 – Life on Mars
2006 – The Path to 9/11 - Wege des Terrors
2003 – Jimmy Kimmel Live!
2002 – V Graham Norton
1997 – The View
1996 – The Rosie O’Donnell Show
1994 – Ungeschminkt
1988 – The Play on One
1986 – The Ellen Burstyn Show
1985 – Unglaubliche Geschichten
1984 – La bella Otero
1982 – American Playhouse
1975 – Saturday Night Live
1973 – Kojak
1971 – Great Performances
1967 – Omnibus
1965 – F.B.I.
1965 – Ein Käfig voller Helden
1953 – Oscar Verleihung
