Bauer sucht Frau: RTL warf Ziegenwirt Fritz wegen seiner NPD-Vergangenheit aus der Sendung

Eigentlich wollte Fritz 2012 bei „Bauer sucht Frau“ eine Partnerin fürs Leben finden. Doch kurz nach seiner Vorstellung als „zärtlicher Ziegenwirt“ war seine Teilnahme an der RTL-Kuppelshow bereits wieder beendet. Der Grund: Der Landwirt aus Sachsen hatte eine politische Vergangenheit, von der der Sender zunächst nichts wusste. Er war mehrere Jahre Mitglied der rechtsextremen NPD.

Als RTL im Mai 2012 die Kandidaten für die achte Staffel von „Bauer sucht Frau“ vorstellte, gehörte auch Fritz aus Schlegel in der Oberlausitz dazu. Der damals 28-Jährige bewirtschaftete einen Hof mit 15 Ziegen und wurde dem Publikum als „zärtlicher Ziegenwirt“ präsentiert. Mit der Teilnahme an der Sendung verband er die Hoffnung, eine Frau kennenzulernen und endlich die passende Partnerin zu finden.

Doch aus der geplanten Liebessuche wurde nichts. Nur wenige Tage nach seinem Fernsehauftritt geriet Fritz wegen seiner politischen Vergangenheit in die Schlagzeilen. Recherchen der Boulevardpresse hatten ergeben, dass er früher der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) angehört hatte.

Fünf Jahre Mitglied in der rechtsextremen NPD

Nach den damaligen Medienberichten war Fritz bereits mit 16 Jahren der NPD beigetreten. Bis 2005 soll er aktives Mitglied der Partei gewesen sein. Nach eigenen Angaben hatte er sich damals Anerkennung gesucht und diese innerhalb der Partei gefunden. Er war nicht nur einfaches Mitglied: Berichten zufolge übernahm er auch Aufgaben als Ordner bei Demonstrationen und arbeitete im Sicherheitsdienst der NPD.

Damit war seine politische Vergangenheit allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Nach Angaben des Senders gehörte Fritz bis Anfang 2012 der Deutschen Sozialen Union (DSU) an. Auch Kontakte zum Nationalen Bündnis Schlesien wurden in der damaligen Berichterstattung thematisiert.

Gegenüber der Presse räumte Fritz seine frühere NPD-Mitgliedschaft ein. Gleichzeitig distanzierte er sich von der Partei. Er erklärte, inzwischen anders zu denken und die Ziele der NPD nicht mehr für vertretbar zu halten. Seine damalige Mitgliedschaft bezeichnete er als Vergangenheit.

RTL zieht Konsequenzen und streicht den Kandidaten

Für RTL war diese Erklärung offenbar nicht ausreichend, um an der Zusammenarbeit festzuhalten. Der Sender erfuhr nach der Vorstellung des Kandidaten von dessen politischer Vergangenheit und entschied sich daraufhin, Fritz aus der Sendung zu nehmen.

Besonders schwer wog offenbar, dass der Landwirt seine frühere politische Betätigung beim Auswahlverfahren nicht offengelegt hatte. Nach Angaben der Produktionsfirma hatte er das Thema im Bewerbungsgespräch bewusst ausgespart, weil es für ihn bereits abgeschlossen gewesen sei.

RTL-Sprecher Christian Körner machte die Haltung des Senders deutlich: Ein Unterhaltungsformat wie „Bauer sucht Frau“ sei nicht die richtige Bühne für einen Kandidaten mit einer solchen Vergangenheit. Die Entscheidung stand fest. Fritz durfte nicht mehr an der Staffel teilnehmen.

Die Produktionsfirma erklärte damals auch, dass die Bewerber im Auswahlverfahren genau geprüft würden. Neben Gesprächen und Besuchen vor Ort würden Mitarbeiter versuchen, sich ein umfassendes Bild von den Kandidaten zu machen. Auch das persönliche Umfeld werde einbezogen. Im Fall von Fritz hatte diese Überprüfung die politische Vergangenheit zunächst nicht aufgedeckt.

Was wurde aus Ziegenwirt Fritz?

Mit dem Ausschluss aus der RTL-Sendung verschwand Fritz weitgehend aus der öffentlichen Berichterstattung. Anders als bei vielen ehemaligen Kandidaten von „Bauer sucht Frau“ entwickelte sich aus seinem kurzen Fernsehauftritt keine längerfristige Medienpräsenz.

Auch Jahre später tauchte sein Name noch einmal in einem regionalen Rückblick auf. Die „Sächsische Zeitung“ erinnerte 2019 an verschiedene Landwirte aus der Oberlausitz, die bei „Bauer sucht Frau“ mitgemacht hatten. Dabei wurde auch Fritz aus Schlegel erwähnt, der von RTL nach Bekanntwerden seiner früheren NPD-Mitgliedschaft aus der Sendung genommen worden war.

Was aus ihm persönlich geworden ist und ob er inzwischen eine Partnerin gefunden hat, lässt sich anhand der öffentlich zugänglichen Berichte nicht verlässlich sagen. Auch über sein heutiges Leben oder eine mögliche weitere politische Betätigung liegen keine gesicherten Informationen vor.

Fest steht: Fritz gehörte zu den ungewöhnlichen Fällen in der Geschichte von „Bauer sucht Frau“. Seine Teilnahme endete, bevor die eigentliche Partnersuche überhaupt beginnen konnte. Statt romantischer Hofbesuche und einer möglichen Liebesgeschichte blieb vor allem die Frage, wie ein Kandidat mit einer solchen politischen Vergangenheit zunächst in die RTL-Auswahl gelangen konnte.

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