Im Fall Christian Ulmen hat die Auseinandersetzung nun auch eine neue juristische Ebene erreicht. Nach den schweren Vorwürfen seiner Ex Frau Collien Fernandes geht der Schauspieler über seine Anwälte gegen Teile der Berichterstattung vor. Mehrere Medien berichten, dass ein Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Spiegel gestellt wurde.
Auslöser sind die Anschuldigungen von Fernandes, die Ulmen unter anderem digitale Übergriffe und weitere Verfehlungen vorwirft. Ulmens Anwälte weisen die Vorwürfe entschieden zurück. In einer veröffentlichten Erklärung ist von unzutreffenden und einseitig dargestellten Tatsachen die Rede. Besonders gegen den Eindruck, Ulmen habe bestimmte pornografische Deepfake Inhalte hergestellt oder verbreitet, geht die Verteidigung nach eigener Darstellung vor. Für Ulmen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Parallel dazu laufen die Ermittlungen weiter. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat nach Angaben der dpa die Untersuchungen wieder aufgenommen. Anlass waren neue Medienberichte und das öffentliche Interesse an dem Fall. Laut Berichten wird derzeit wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten gegen Unbekannt ermittelt, zudem werden weitere mögliche Straftatbestände geprüft.
Der Fall zieht inzwischen auch berufliche Folgen nach sich. So nahm Joyn die Serie jerks. nach den Vorwürfen offline. Auch aus dem Umfeld der Produktionsfirma gab es Distanzierungen. Damit zeigt sich, dass die Affäre längst nicht mehr nur eine private oder juristische Angelegenheit ist, sondern auch die Medienbranche und den Umgang mit Vorwürfen digitaler Gewalt beschäftigt.
Unterm Strich bleibt die Lage weiter hochsensibel. Auf der einen Seite stehen schwere Vorwürfe und laufende Ermittlungen, auf der anderen Seite ein entschiedenes juristisches Vorgehen gegen die mediale Darstellung. Klar ist im Moment vor allem eines: Dieser Fall ist noch lange nicht abgeschlossen.