Die besten Dokus über Tschernobyl

tschernobyl Reaktor Kontrollraum
Tschernobyl Kontrollraum (c) Youtube

Tschernobyl ist eine Katastrophe, über die viele Menschen schon einiges gehört haben. Ein explodierter Reaktor, eine radioaktive Wolke über Europa, vertuschte Informationen und eine Sperrzone, die bis heute wie ein Mahnmal wirkt. Gute Dokumentationen schaffen es aber, aus diesem bekannten Stoff mehr zu machen als nur eine Chronik der Ereignisse.

Gerade deutschsprachige Dokus sind spannend, weil sie nicht nur nach Pripyat und in die Sowjetunion blicken, sondern oft auch fragen: Was bedeutete Tschernobyl für Deutschland, für Europa und für den Glauben an die Atomkraft? Hier sind einige sehenswerte Dokus über Tschernobyl, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen.

Tschernobyl – Die Katastrophe

Die ZDFinfo-Reihe Tschernobyl – Die Katastrophe ist vermutlich einer der besten Einstiege in das Thema. Die Dokureihe rekonstruiert den Weg von der sowjetischen Atom-Utopie bis zum Unfall im April 1986. Dabei geht es nicht nur um die Explosion selbst, sondern auch um die Stadt Pripyat, den Bau des Kraftwerks und die politischen Reaktionen nach dem Super-GAU.


Tschernobyl – Die Katastrophe

Serie
Tschernobyl – Die Katastrophe

1970 wurde in der Nähe des ukrainischen Dorfes Tschernobyl eine Utopie geboren: das größte Kernkraftwerk der Welt. Seine Bewohner, die aufgrund…

Besonders stark ist die Reihe, weil sie Zeitzeugen einbindet und die Katastrophe nicht nur technisch erklärt. Tschernobyl erscheint hier als Ort, an dem Fortschrittsglaube, Machtdenken und Sicherheitsrisiken auf fatale Weise zusammenkamen.

Tschernobyl 86 – Der Super-GAU

Tschernobyl 86 – Der Super-GAU erzählt die Katastrophe fast wie einen politischen Thriller, aber ohne künstliche Dramatisierung. Der Film arbeitet mit Archivmaterial und zeigt, wie unterschiedlich die Ereignisse in der Sowjetunion, der DDR, der Bundesrepublik und der Ukraine wahrgenommen wurden.


Tschernobyl 86 – Der Super-GAU

Film
Tschernobyl 86 – Der Super-GAU

Vierzig Jahre seit Tschernobyl. Volker Heises neuer Film erzählt die Nuklearkatastrophe 1986 zum ersten Mal aus der Perspektive von Ost- und…

Gerade diese deutsche Perspektive macht die Doku interessant. Tschernobyl war eben nicht nur ein Unfall weit entfernt im Osten. Die radioaktive Wolke erreichte auch Mitteleuropa, und plötzlich mussten Behörden, Medien und Bürger mit einer Gefahr umgehen, die niemand sehen konnte.

Das Tschernobyl-Vermächtnis

Das Tschernobyl-Vermächtnis konzentriert sich stärker auf Waleri Legassow, eine der zentralen Figuren der Aufarbeitung. Legassow war an der Untersuchung der Katastrophe beteiligt und hinterließ Tonbänder, in denen er über Ursachen, Verantwortung und Vertuschung sprach.


Tschernobyl 1986

Film
Tschernobyl 1986

Als das Kernkraftwerk von Tschernobyl explodiert, muss gleichzeitig sichergestellt werden, dass das Wasser unter dem Reaktor ausgespült wird. Alexey…

Die Doku eignet sich besonders für alle, die nach der HBO-Serie Chernobyl mehr über die historische Person hinter der Figur erfahren möchten. Sie zeigt Tschernobyl weniger als reines Unglück, sondern als Systemversagen, bei dem Wissen, Angst und politische Interessen gefährlich nah beieinanderlagen.

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen blickt stärker auf Europa nach dem Unfall. Der Film zeigt, wie die Gefahr in der Bundesrepublik teils heruntergespielt, in der DDR verschwiegen und in Frankreich lange verharmlost wurde.

Damit ist diese Doku weniger eine klassische Nacherzählung der Reaktornacht, sondern eher ein Film über die Folgen. Es geht um Vertrauen in Behörden, um politische Kommunikation und um die Frage, wie Gesellschaften reagieren, wenn eine unsichtbare Gefahr plötzlich den Alltag erreicht.

Geheimakte Tschernobyl

Geheimakte Tschernobyl beschäftigt sich mit neuen Belegen und freigegebenem Material rund um die Katastrophe. Im Mittelpunkt stehen unter anderem geheime Dokumente, politische Verantwortung und die Frage, wie viel die sowjetischen Behörden wussten.

Die Doku ist gut für alle, die nicht nur wissen wollen, was im Reaktor geschah, sondern auch, was danach verborgen, verzögert oder kontrolliert wurde. Sie ergänzt klassische Tschernobyl-Dokus um eine stärker investigative Perspektive.

Welche Tschernobyl-Doku lohnt sich?

Wer einen guten Überblick sucht, startet mit Tschernobyl – Die Katastrophe. Wer eine neue deutsche Archivperspektive möchte, nimmt Tschernobyl 86 – Der Super-GAU dazu. Für die politische und persönliche Aufarbeitung eignet sich Das Tschernobyl-Vermächtnis besonders gut. Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen zeigt, wie stark die Katastrophe auch Europa beschäftigte. Und Geheimakte Tschernobyl ist interessant, wenn es um Vertuschung und neue Dokumente geht.

Jetzt im TV

Was läuft jetzt?
Das Erste
ARD-Morgenmagazin
seit 05:30
ZDF
ARD-Morgenmagazin
seit 05:30
RTL
Deutschland am Morgen
seit 06:00
SAT.1
SAT.1-Frühstücksfernsehen
seit 05:30
ProSieben
seit 08:35
Kabel Eins
seit 08:10
arte
Stadt Land Kunst
seit 08:05

Filmzitat

„Ich trinke Milch, und das ist cool.“

Anchorman 2