Meryl Streep erinnert sich an den schweren Start von „Der Teufel trägt Prada“

3. April 2026
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Heute gilt Der Teufel trägt Prada längst als moderner Klassiker. Umso erstaunlicher ist, was Meryl Streep jetzt über die Entstehung des Films erzählt hat. Denn bevor Miranda Priestly zur Kultfigur wurde, hatte das Projekt offenbar ein ganz anderes Problem: Es tat sich schwer, überhaupt genügend Geld auf die Beine zu stellen.

In der Late Show with Stephen Colbert erklärte Streep, dass der Film damals von vielen als typischer „Frauenfilm“ abgestempelt worden sei. Genau dieses Etikett habe es deutlich schwieriger gemacht, das nötige Budget zusammenzubekommen. Aus heutiger Sicht wirkt das fast absurd, denn Produktionen wie Barbie, Mamma Mia! und viele andere haben längst gezeigt, dass Filme mit weiblichen Hauptfiguren keineswegs ein Nischenpublikum bedienen.

Streep machte deutlich, dass diese Denkweise in Hollywood lange Zeit tief verankert war. Selbst bei Der Teufel trägt Prada, der später weltweit mehr als 326 Millionen Dollar einspielte, habe man damals um die Finanzierung kämpfen müssen. Inzwischen habe sich die Lage zumindest bei der Fortsetzung deutlich verändert. Mit einem Augenzwinkern sagte Streep, diesmal habe das Studio das Geld ohne großes Zögern ausgegeben.

Meryl Streep: Der Ton machte den Film so faszinierend

Spannend ist auch, wie sie über ihre berühmte Rolle sprach. Obwohl Miranda Priestly oft mit Vogue Chefin Anna Wintour in Verbindung gebracht wird, orientierte sich Streep nach eigener Aussage eher an zwei ganz anderen Vorbildern. Für sie wäre Miranda das Ergebnis gewesen, wenn Mike Nichols und Clint Eastwood ein Kind bekommen hätten. Damit beschrieb sie die Figur als Mischung aus Autorität, Kontrolle und trockenem Humor.

Gerade dieser Ton machte Miranda Priestly damals so faszinierend. Sie war streng, scharfzüngig und einschüchternd, wirkte dabei aber nie eindimensional. Streeps neue Aussagen zeigen nun noch einmal, wie wenig selbstverständlich der Erfolg des Films anfangs eigentlich war.

Dass ausgerechnet ein vermeintlich kleiner „Frauenfilm“ später zu einem der bekanntesten Modefilme überhaupt wurde, dürfte heute als ziemlich schöne Ironie durchgehen.