RTL räumt Fehler im Umgang mit Gil Ofarim im Dschungelcamp ein

Der Sieg von Gil Ofarim im Dschungelcamp 2026 sorgt bei RTL weiter für Diskussionen. Obwohl der Musiker die Staffel klar gewann und im Finale laut veröffentlichten Votingzahlen auf 66,93 Prozent kam, beschäftigt den Sender die Debatte über seine Teilnahme noch immer.

Jetzt hat RTL Deutschland Chef Stephan Schmitter den Umgang des Senders mit dem Fall selbstkritisch bewertet. Im Interview mit DWDL sagte er, man habe das Thema intern aufgearbeitet. Aus heutiger Sicht wäre es an manchen Stellen besser und richtig gewesen, die Fakten direkt in der Livesendung klarzustellen und nicht nur in der Stunde danach. Wörtlich sagte Schmitter sogar, in Köln hätte die Redaktion reagieren müssen, notfalls „nur mit einer Bauchbinde“.

Dass Ofarims Teilnahme überhaupt so umstritten war, lag an den Folgen des Leipziger Falls aus dem Jahr 2021. Damals hatte er einem Hotelmitarbeiter Antisemitismus vorgeworfen. Später räumte Ofarim im Verfahren ein, dass die Vorwürfe erfunden waren. Das Strafverfahren wurde nach Erfüllung einer Geldauflage im August 2024 endgültig eingestellt. Auch Anfang 2026 stellte die Staatsanwaltschaft Leipzig klar, dass es keinen Anlass für neue Ermittlungen gebe.

Für RTL ist das Thema damit offenbar noch nicht erledigt. Schmitters Aussagen wirken wie ein spätes Eingeständnis, dass der Sender die Brisanz der Situation unterschätzt hat. Gerade weil Ofarim im Camp eine so große Bühne bekam und am Ende sogar zum Dschungelkönig gewählt wurde, fällt diese Selbstkritik jetzt besonders ins Gewicht.