Uwe Boll plant inoffizielle „House of the Dead“-Fortsetzung – und schießt gegen Paul W.S. Anderson

house of the dead 2003
house of the dead 2003 (c) Yotube

Uwe Boll kehrt überraschend zu einem seiner bekanntesten Videospiel-Filme zurück. Der deutsche Regisseur arbeitet aktuell an 23 Years Later – Castle of the Dead, einer inoffiziellen Fortsetzung seines berüchtigten Zombiefilms House of the Dead aus dem Jahr 2003. Offiziell gehört das Projekt allerdings nicht zur Marke von Sega.

Der Titel spielt offensichtlich auf den zeitlichen Abstand zum Originalfilm an und erinnert gleichzeitig an die aktuelle Rückkehr der 28 Days Later-Reihe. Laut Branchenberichten soll der Film eher als spiritueller Nachfolger funktionieren und nicht als offizieller Teil der Videospielreihe gelten.

Interessant ist dabei vor allem, warum Uwe Boll das Projekt gerade jetzt startet. Hintergrund ist offenbar die Ankündigung, dass Paul W. S. Anderson derzeit an einer neuen offiziellen Verfilmung von The House of the Dead arbeitet. Genau das scheint Boll ziemlich zu stören.

In einem Statement teilte der Regisseur deutlich gegen Anderson aus. Als er gehört habe, dass Anderson die Reihe neu verfilmt, sei ihm sofort klar gewesen, dass daraus „eine seelenlose CGI-Orgie“ werde. Sein eigener Film solle dagegen bewusst anders aussehen: blutig, dreckig und möglichst handgemacht.

Die gegenseitigen Vergleiche zwischen Boll und Anderson begleiten beide Regisseure schon seit den frühen 2000er-Jahren. Während Anderson mit der Resident Evil-Reihe kommerziell erfolgreich wurde, galten viele Boll-Verfilmungen wie BloodRayne oder House of the Dead lange als Paradebeispiele für misslungene Videospiel-Adaptionen.

Trotzdem scheint Boll nun noch einmal bewusst an seine frühere Phase anzuknüpfen. Besonders überraschend: Mit Ona Grauer und Jonathan Cherry sollen sogar zwei Darsteller aus dem Originalfilm zurückkehren. Für einen Uwe-Boll-Film ist das fast schon ungewöhnlich viel Kontinuität.

Offizielle Details zur Handlung gibt es bislang kaum. Klar scheint aber schon jetzt: Boll möchte bewusst das Gegenteil moderner Hochglanz-Horrorfilme machen und setzt stattdessen wieder auf praktische Effekte, Splatter und B-Movie-Atmosphäre.

Ob daraus tatsächlich ein Kult-Comeback oder erneut einer der umstrittensten Zombiefilme der letzten Jahre wird, dürfte sich zeigen. Aufmerksamkeit hat das Projekt jedenfalls bereits jetzt bekommen – nicht zuletzt wegen Bolls deutlicher Spitzen gegen Anderson.

Filmzitat

„Du bist mein Boy, Blue!“

Old School