Charakterdarstellerin Mary Beth Hurt mit 79 Jahren gestorben

Mary Beth Hurt ist tot. Die vielfach geschätzte Schauspielerin, die mit ihrer ruhigen und zugleich eindringlichen Präsenz in Film, Fernsehen und Theater überzeugte, starb im Alter von 79 Jahren.

Wie ihr Ehemann Paul Schrader dem Hollywood Reporter mitteilte, starb Hurt am Samstag in einer Pflegeeinrichtung in Jersey City im US Bundesstaat New Jersey. Bei der Schauspielerin war bereits 2015 Alzheimer diagnostiziert worden. Zuletzt lebte sie in einer Einrichtung in Manhattan.

Mary Beth Hurt gehörte nie zu den lautesten Stars ihrer Generation, war aber für viele Filmfans gerade deshalb so eindrucksvoll. Mit ihrer zurückhaltenden Art verlieh sie ihren Figuren oft eine besondere Tiefe. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen Innenleben, Winterliche Szenen und Die Welt nach Garp.

Auch in späteren Produktionen blieb sie ein markantes Gesicht. In James Ivorys Slaves of New York brachte sie als Galeristin eine elegante Schärfe auf die Leinwand. In der schwarzen Komödie Parents spielte sie eine Mutter aus den 1950er Jahren, deren seltsames Verhalten ihren Sohn glauben lässt, seine Eltern könnten Kannibalen sein. In Six Degrees of Separation war sie zudem als New Yorker Society Dame zu sehen, die in ein raffiniertes Täuschungsspiel hineingezogen wird.

Neben ihrer Filmarbeit war Hurt auch dem Theater eng verbunden. Zwischen 1974 und 2011 stand sie 15 Mal am Broadway auf der Bühne. 1982 erhielt sie eine von insgesamt drei Tony Nominierungen für ihre Rolle in Crimes of the Heart. Darin spielte sie Meg Magrath, eine von drei Schwestern, die mit familiären Belastungen und traumatischen Erfahrungen kämpfen.

Der britische Dramatiker David Hare würdigte Hurt einst als außergewöhnliche Ensemble Schauspielerin. Er sagte, sie vereine das Beste der englischen und der amerikanischen Schauspieltradition. Genau das machte sie für viele Regisseure und Kollegen so wertvoll.

Mit Mary Beth Hurt verliert die Film und Theaterwelt eine Darstellerin, die nie den lauten Auftritt suchte und gerade dadurch unvergesslich blieb.