Jet Li hat jetzt offen darüber gesprochen, dass es bei den Dreharbeiten zu Lethal Weapon 4 -Zwei Profis räumen auf hinter den Kulissen ordentlich geknallt haben soll. Der Actionstar, der 1998 als Bösewicht Wah Sing Ku sein internationales Filmdebüt gab, war damals alles andere als glücklich mit der geplanten Kampfinszenierung.
Im Gespräch mit Empire erklärte Li, dass die amerikanischen Stunt und Actionteams aus seiner Sicht zu wenig Erfahrung mit Martial Arts gehabt hätten. Stattdessen habe es nur einfache Schlagabtausche gegeben, die für ihn weder spannend noch effizient gewesen seien. Li bezeichnete die Arbeit daran rückblickend sogar als Zeit und Geldverschwendung.
Deshalb habe er Regisseur Richard Donner und die Produzenten überzeugt, ihm ein eigenes kleines Team zur Seite zu stellen. Dieses wurde von Corey Yuen angeführt, mit dem Li schließlich den deutlich dynamischeren Hongkong Stil in den Film brachte. Genau darin sieht er heute einen wichtigen Grund, warum die Kampfszenen in Lethal Weapon 4 so anders wirkten als vieles, was das westliche Publikum damals aus Hollywood gewohnt war.
Li sagte, dass es bei dieser Entscheidung viele Diskussionen und Auseinandersetzungen gegeben habe. Trotzdem hätten er und sein Team an ihre Idee geglaubt. Zunächst habe er die Verantwortlichen nur darum gebeten, ihnen eine einzige Actionsequenz im Hongkong Stil anzuvertrauen. Offenbar mit Erfolg, denn später sollen sogar Richard Donner und Hauptdarsteller Mel Gibson so überzeugt gewesen sein, dass sie Li und Corey Yuen baten, eine eigene Second Unit für weitere Szenen zu übernehmen.
Besonders erinnerte sich Li an eine Actionszene auf einem Dach, die komplett in dieser Handschrift umgesetzt worden sei. Diese Sequenz sei in nur zwei Tagen gedreht worden.
Dass Li bei solchen Themen so genau hinschaut, überrascht allerdings nicht. Schon früh sammelte er Erfahrung mit Martial Arts Filmen. Bereits als Teenager wurde er für Shaolin Temple verpflichtet, den ersten Martial Arts Film, der in Festlandchina gedreht wurde. Dort habe es laut Li damals noch gar keine richtige Choreografie Struktur gegeben. Statt präziser Kampfplanung habe der Regisseur oft nur grob erklärt, wer wann verliere und wer am Ende gewinnen solle.
Seine Aussagen zeigen nun noch einmal, wie stark Jet Li nicht nur als Darsteller, sondern auch als kreativer Kopf für Action gearbeitet hat. Und offenbar musste er dafür schon damals ziemlich hart kämpfen.

